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    Allgemeine Informationen

    Nowosibirsk ist die größte Stadtgemeinde in der Russischen Föderation (Moskau und St. Petersburg sind verwaltungsmäßig die Bundesländer). Der Einwohnerzahl nach ist es die drittgrößte Stadt Russlands. Die Stadt zählt 1.567.100 ständige Einwohner (Stand 01.01.2015), das sind 57,1% der Bevölkerung der Region Nowosibirsk. Die Fläche der Stadt beträgt 502,7 km2, die Bevölkerungsdichte liegt bei 3,1 Tausend Menschen pro km2. (Stand 01.01.2015).

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    Nowosibirsk liegt östlich des Uralgebirges im Süden des Westsibirischen Tieflandes am Fluss Ob an der Kreuzung der wichtigsten Verkehrswege. Diese verbinden seit jeher die russischen Regionen und ermöglichen gegenseitige Wirtschaftsbeziehungen sowohl in Richtung West-Ost (Bundesstraße M-51 Baikal), als auch Nord-Süd (Bundesstraße M-52 Tschujski Trakt, der schiffbare Fluss Ob). Die Entfernung Nowosibirsk — Moskau beträgt 3191 km. Das Klima in Nowosibirsk ist extrem kontinental, es ist warm im Sommer und kalt im Winter. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei plus 0,2°C. Die durchschnittliche Temperatur im Juli: plus 19°C (Spitzenwert bis ca. plus 35°C). Die durchschnittliche Temperatur im Januar: minus 19°C (Spitzenwert bis ca. minus 40°C). Gegründet wurde Nowosibirsk im Jahre 1893, ursprünglich als Siedlung der Bauarbeiter, die eine Eisenbahnbrücke über den Ob bauten. Der Bau der Transsibirischen Eisenbahn kurbelte eine rasche Stadtentwicklung an. Innerhalb von weniger als 70 Jahren wurde Nowosibirsk zu einer Millionenstadt. Dies ist ein Weltrekord, dafür gibt es einen entsprechenden Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Bis heute gehört Nowosibirsk zu den am schnellsten wachsenden Städten der Welt. Seit 28.09.1937 ist Nowosibirsk das regionale Verwaltungszentrum. Ab 13.05.2000 ist es die Hauptstadt des Sibirischen Föderationskreises.

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    Heute ist Nowosibirsk das größte Geschäfts-, Handels,- Finanz-, Wissenschafts-, Industrie- und Kulturzentrum im asiatischen Teil Russlands. Hier ist der Amtssitz des bevollmächtigten Repräsentanten des Präsidenten der Russischen Föderation im Sibirischen Föderationskreis, hier befinden sich die Niederlassung des Auswärtigen Amtes der Russischen Föderation, die Sibirische Zollverwaltung, Vertretungen sonstiger föderalen Ämter und Behörden sowie auch Hauptquartiere von interregionalen Organisationen. Die Stadt besteht aus acht Verwaltungsbezirken — Dsershinskij, Kirowskij, Kalininskij, Leninskij, Oktjabrskij, Perwomajskij, Sowjetskij und Zentralnyj Okrug. Die größten darunter sind, der Einwohnerzahl nach: Leninskij Bezirk mit 295.900 Einwohnern (18,9% der gesamten Stadtbevölkerung) und Zentralnyj Okrug mit 287.800 Einwohnern (18,4%). Deren Fläche nach sind die größten Stadtteile Sowjetskij Bezirk (87,5 km2) und Zentralnyj Okrug (84,2 km2). Die Stadt ist das Zentrum des Nowosibirsker Ballungsgebiets, wo über 2 Millionen Menschen leben. Dazu gehören alle Vororte und nah liegende Städte und Landkreise um Nowosibirsk herum (erreichbar binnen anderthalb Stunde): die Kreisstädte Berdsk, Ob, Koltsowo, Krasnoobsk und der Nowosibirsker Landkreis sowie auch die Landkreise Iskitim, Kolywan, Ordynsk, Togutschin. Das regionale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der gesamten Oblast Nowosibirsk wird zu ¾ im Nowosibirsker Ballungsgebiet erwirtschaftet, so bestimmt dieses überwiegend die wirtschaftliche Entwicklung der Region Nowosibirsk. Der Arbeitsmarkt im Ballungsgebiet wird durch seine schwache territoriale Marktsegmentierung gekennzeichnet, so dass die Arbeitsplätze und Infrastrukturobjekte unregelmäßig aufgeteilt und hauptsächlich in der Regionshauptstadt vorhanden sind.

    So ist derzeit eine beachtliche Pendelmigration der Bevölkerung zwischen den Ortschaften im Ballungsgebiet und Nowosibirsk aus diversen Gründen festzustellen. Dazu gehören sowohl Arbeit als auch Studium, Wohnen, Handel (Ein- sowie Verkaufen), Freizeitverbringung, Kulturleben etc. Wegen Pendelmigration steigt die ständige Bevölkerung in Nowosibirsk tagsüber um mindestens 80 bis 100 Tausend Migranten. In Nowosibirsk leben die Vertreter von mehr als 120 Nationalitäten. Die Russen stellen den weitaus größten Anteil der Bewohner (ca. 93 %). Zu den größten Minderheiten gehören Ukrainer, Usbeken, Tataren, Russlanddeutsche, Tadschiken. Außerdem leben in der Stadt Armenier, Kirgisen, Aserbaidschaner, Weißrussen, Kasachen, Koreaner, Jesiden, Juden, Chinesen, Zigeuner, Tuwiner, Burjaten, Tschuwaschen, Georgier sowie auch Vertreter anderer Nationalitäten. Es sind hier über 40 eingetragene nationale Kulturvereine tätig. Die Stadt genießt eine stabile politische Situation. Diese wird durch eine enge Kooperation zwischen der Stadtverwaltung, den Geschäftskreisen und Vertretern der breiten Öffentlichkeit gewährleistet.

    Internationale Beziehungen der Stadt Nowosibirsk

    In der Stadt sind zahlreiche ausländische diplomatische Vertretungen und wirtschaftliche Missionen tätig, darunter das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland, das Generalkonsulat Usbekistans, das Konsulat der Ukraine, Vizekonsulat Kirgisiens, die Botschaftsabteilung der Republik Belarus in der Russischen Föderation, die Handelsabteilung der koreanischen Botschaft (KOTRA), die Nowosibirsker Abteilung des Instituts für Außenhandel bei der Botschaft Italiens in der Russischen Föderation (ICE) sowie auch die Visazentren der meisten europäischen Staaten. Nowosibirsk wird jährlich von mehr als 80 Tausend Ausländern besucht und diese Zahl wird von Jahr zu Jahr größer.

    Conference

    Auf- und ausgebaut werden die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen mit China, Japan, Südkorea und anderen Ländern sowie auch mit den Partnerstädten: Minneapolis und St. Paul (USA), Sapporo (Japan), Mianyang und Shenyang (China), Daejon (Republik Korea), Varna (Bulgarien), Osch (Kirgistan), Charkow (Ukraine), Minsk (Republik Belarus), Jerewan (Armenien) und Sewastopol (RF). In der Stadt sind zahlreiche nationale Kultureinrichtungen tätig: das Kulturzentrum Israels, das Konfuzius-Institut (China) bei der Nowosibirsker Technischen Universität, das Goethe-Institut Nowosibirsk, das Nowosibirsker Russisch-Deutsche Haus, das städtische Kulturzentrum Sibir-Hokkaido, das französische Kulturzentrum Alliance Française de Novossibirsk, das USA-Informationszentrum American Corner sowie auch die Kultur- und Informationszentren anderer Länder. In Nowosibirsk sind einige Dutzende Niederlassungen der ausländischen Firmen und Banken tätig.

    Wirtschaft

    Von Jahr zu Jahr zeigt die Stadt Nowosibirsk ein positives Wirtschaftswachstum. Die wirtschaftliche Grundlage bilden Industrie, Handel und Dienstleistungen, Verkehrs- und Bauwesen, Wissenschaft und Forschung. Die Stadt entwickelt sich erfolgreich auch ohne große rohstoffgewinnende Betriebe in der Region, was sie von den meisten sibirischen Großstädten unterscheidet. Ca. 120 Tausend Unternehmen sowie auch 40 Tausend Existenzgründer (Gewerbetreibender als Einzelunternehmen) sind in der Stadt tätig. In der Stadtwirtschaft sind über 800 Tausend Menschen beschäftigt, mehr als die Hälfte davon arbeiten bei großen und mittleren Firmen und ca. 30% bei kleinen Unternehmen und Mikrobetrieben.

    Industrie

    Die Produktionsbasis der Stadt bilden ca. 250 große und mittlere Industriebetriebe, die über 2/3 des regionalen Ausstoßes von Produkten und Dienstleistungen herstellen, sowie auch mehr als 600 kleine Industriebetriebe. Jede fünfte Arbeitsstelle in der Stadt kommt aus der Produktion. Der Produktionskomplex von Nowosibirsk ist auf bearbeitende und forschungsintensive Industriezweige orientiert. Unter den wichtigsten Branchen sind Flugzeugbau, Atomindustrie, Maschinenbau, Energetik, Metallbearbeitung, Pharmazeutik zu nennen. Heute gehört Nowosibirsk zu den führenden Atombrennstofflieferanten auf dem Weltmarkt.

    Verkehr

    Nowosibirsk ist der größte Verkehrsknotenpunkt Westsibiriens, der auf der Kreuzung aller Verkehrswege liegt, inkl. die Transsibirische Eisenbahn. Es gibt auch eine Eisenbahnstrecke nach Zentralasien.Hier befinden sich 4 Bahnhöfe, dabei ist der Hauptbahnhof Nowosibirsk der größte hinter dem Ural. In Nowosibirsk befindet sich auch der größte Güterbahnhof Russlands, wo täglich die Rekordmengen von Gütern abgefertigt werden. Nowosibirsk hat eine Flugverbindung mit mehr als 100 Städten im In- und Ausland. In der Stadt Ob (17 km von der Stadtmitte Nowosibirsk entfernt) liegt der Flughafen Tolmatschjowo, einer der größten in Russland und der größte in Sibirien, der durch seine moderne technischen Möglichkeiten die Passagier- und Güterflugzeuge aller Bauart empfangen kann. Der Flughafen so einer hohen Klasse sichert eine rege Verbindung mit den wichtigsten Großstädten weltweit ab und ermöglicht einen bequemen internationalen Geschäfts- und Reiseverkehr.

    Hauptbahnhof

    Über Nowosibirsk verlaufen zwei Bundesstraßen: M-51 Baikal (von Tscheljabinsk über Omsk nach Kemerowo-Krasnojarsk-Irkutsk-Tschita mit Anschluss an die Bundesstraße Amur Tschita — Chabarowsk — Wladiwostok) und M-52 Tschujskij Trakt (über Bijsk und Altaigebirge zur mongolischen Grenze). Es gibt einen Busbahnhof (Fernbusse verkehren zu einzelnen Rayons in der Region Nowosibirsk, zu den benachbarten sibirischen Regionen und zur Republik Kasachstan Zum städtischen Nahverkehr gehören die Busse, Trolleybusse, Straßenbahn, Taxen, inkl. Liniensammeltaxen, die S-Bahn und U-Bahn. Im öffentlichen Nahverkehr ist überall automatisiertes System zur Fahrtenzählung und bargeldlosen Fahrpreisbezahlung eingeführt. Die Nowosibirsker U-Bahn, die erste und noch die einzige U-Bahn hinter dem Ural, wurde Ende 1985 in Betrieb gesetzt. Sie hat heute 2 Strecken in Betrieb mit der Gesamtlänge 15,9 km und 13 Stationen. Die U-Bahn-Brücke über den Fluss Ob ist die längste U-Bahn-Brücke in der Welt.

    Bauwesen

    Im Jahre 2007 wurden der Stadtgeneralplan sowie auch die lokalen Bauplanungsvorschriften und 2009 die Regelung zur Bodennutzung und Stadtbebauung gesetzlich festgelegt. Nowosibirsk zeigt in den letzten Jahren kontinuierliches Wachstum im Wohnungsbau und gehört zu den führenden Städten Russlands, wo am meisten gebaut wird. Im Jahre 2014 wurde 1.461.400 m2 Wohnungsflächen errichtet und in Betrieb gesetzt, darunter 263.900 m2für Einfamilienhäuser. Im Rahmen der Verwirklichung des Nationalprojekts »Erschwingliche und komfortable Wohnungen für russische Bürger« wurden in Nowosibirsk große Grundstücke zur infrastrukturmäßig komplexen Bebauung bestimmt. Darüber hinaus wird in Nowosibirsk ein Programm für die Rekonstruktion und Modernisierung des Wohnungsbestands sowie auch Umsiedlung der Bewohner aus baufälligen Häusern verwirklicht. Hinzu werden zahlreiche Bürogebäude, Produktionsräume, Einkaufszentren, Verkaufs- und Dienstleistungsstellen, Kultureinrichtungen, Sport- und Fitnessanlagen, medizinische Anstalten, Schulen, Kindertagesstätten etc. fortwährend errichtet. 2014 wurden in Nowosibirsk 539 Objekte (industrielle & öffentliche Gebäude) mit der Gesamtfläche von 927.400 m2 gebaut und in Betrieb gesetzt, darunter 3 medizinische Anstalten, 11 Kindergärten (Schulen), 134 Dienstleistungsobjekte, 153 Bürohäuser, 132 Produktionsobjekte u.a.

    Officebuilding

    Handel und Dienstleistungen

    Der Handel belegt einen führenden Platz in der Wirtschaftsstruktur der Stadt Nowosibirsk. Im Mai 1993 wurde Nowosibirsk Mitglied der internationalen World-Trade-Center-Assoziation. Heute steht Nowosibirsk mit auf der Liste der führenden Städte Russlands in Versorgung der Bevölkerung mit Verkaufsflächen (im Schnitt 1850 m2 pro 1000 Einwohner). Hier gibt es 8 500 Handelsbetriebe, darunter 4100 stationäre Einzelhandelsgeschäfte. Bereits viele Jahre arbeiten hier erfolgreich solche internationale Handelsketten wie IKEA, Leroy Merlin, AUCHAN, METRO Cash & Carry, Media Markt. Über 20 Jahre lang ist die hinter dem Ural größte Messegesellschaft SIBERIAN FAIR AG in Nowosibirsk tätig, die heute Teil der internationalen Messeholding ITE Group ist. Die Veranstaltungen werden auf dem Sibiriens größten Messegelände vom Nowosibirsker ExpoCentre durchgeführt, das bautechnisch auf dem neuesten Stand und derzeit eines der modernsten in Russland ist. Nowosibirsk ist eines der größten regionalen Großhandelszentren Russlands. In Entfernung von 12 km von der Stadt wurde ein Industrie- & Logistikpark mit der Gesamtfläche von 2000 ha gegründet, wo große Investitionsprojekte realisiert werden. Die Stadt hat mehr als 3.200 Dienstleistungsbetriebe mit Aufnahmestuben und Filialen. Die Stadt verfügt über eine entwickelte Finanzinfrastruktur: 70 Kreditanstalten, einschließlich Filialen; über 100 Finanz- & Investmentunternehmen und Versicherungen; eine Devisenbörse und eine Warenterminbörse; die Buchprüfungs- und Leasinggesellschaften.

    Telekommunikation

    In Nowosibirsk erbringen ca. 30 Unternehmen Dienstleistungen im Bereich Telekommunikation. Der Hauptdienstleister im Fernsprechverkehr für herkömmliche Telefonie in der Stadt ist die Nowosibirsker Filiale von RosTelekom AG mit mehr als 480 000 Kunden (Teilnehmern). Ab 2013 bietet RosTelekom AG auch die mobile Funktelefonie an, die auf die Smartphone- bzw. Tablett- Nutzer orientiert sind, bei denen das mobile Internet besonders nachgefragt wird. Die wichtigsten Anbieter der mobilen Funktelefonie in Nowosibirsk sind: MTS (Mobile TeleSystems AG), Beeline (VympelCom AG), MegaFon (Mobicom-Novosibirsk AG), Fa. Kemerowo mobile Telefonie AG (Tele2), Russian Holding AB (TELE2). Im Dezember 2014 kündigte der Mobiltelefonie-Dienstleister Yota den Start mit seiner Arbeit in Nowosibirsk an. Immer mehr Dienstleister bieten ihren Kunden einen Zugang zur Mobiltelefonie der 4. Generation (4G), wo das mobile Internet mit der Geschwindigkeit bis 100 Mb/s sichergestellt wird. Ca. 30 Anbieter für Internetzugang sind in Nowosibirsk tätig. In vielen Häusern der Stadt sind die Leistungen mehrerer Anbieter erreichbar, so bieten diese den Kunden eine breite Palette zusätzlicher Dienste an, z.B. IP-Telefonie, Kabel-TV, HD-TV. Immer mehr angeboten wird der WiFi -Internetzugang. Die Anzahl der Breitband-Internet-Teilnehmer (vertragsmäßig angeschlossenen Kunden) betrug in Nowosibirsk Ende 2014 598 Tausend. Die Dienstleistungen im Bereich TV werden auch nachhaltig entwickelt. In Nowosibirsk sind 20 Rundfunk- und 20 TV-Sender tätig. Das Kabelfernsehen wird auch von ca. 20 Firmen angeboten.

    Wissenschaft

    Nowosibirsk ist das größte Wissenschaftszentrum im asiatischen Teil Russlands. In der Stadt sind mehr als 100 Organisationen im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Hier arbeiten über 1500 Professoren und nahezu 3400 Doktoren. Das Wissenschaftszentrum Nowosibirsk ist am größten in der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften (SA RAW), hier befindet sich etwa die Hälfte der Forschungskapazitäten von SA RAW. In Nowosibirsk befindet sich auch die Sibirische Abteilung der Russischen Akademie für Medizinwissenschaften und im Nowosibirsker Ballungsgebiet die Sibirische Abteilung der Russischen Akademie für Agrarwissenschaften sowie auch das Vektor-Forschungszentrum für Virologie und Biotechnologie. Mit 33 Forschungsinstituten, wie z.B. das Institut für Kernphysik, Institut für Katalyse, Institut für Zytologie und Genetik, Institut für Halbleiterphysik, Institut für Geologie, Geophysik und Mineralogie, Institut für Informatik u.a. Um Nowosibirsk herum liegen einige der größten Forschungszentren Russlands: SA der Russischen Akademie der Agrarwissenschaften, SA der Russischen Akademie der Medizinwissenschaften, das Forschungszentrum Vektor für Virologie und Biotechnologie.Seit 2001 ist Nowosibirsk Vollmitglied der internationalen Organisation »World Technopolis Association« (WTA), bis heute als eine einzige Stadt Russlands.Unsere Wissenschaft fand weltweit eine breite Anerkennung. Hier wird Forschung und Entwicklung in breitem Spektrum der s.g. »kritischen Technologien« gemacht, einschließlich die Mikro- und Nanoelektronik, Strahlen- und Lasertechnologien, Katalysen, neuen Materialien, Informations- und Biotechnologien. Die Wissenschaftler und Ingenieure vom Nowosibirsker Forschungsinstitut für Kernphysik der SA RAW nahmen an der Errichtung und Inbetriebsetzung des Großen Hadronen-Speicherrings (LHC-Large Hadron Collider) in der Schweiz (CERN bei Genf) aktiv teil sowie auch an der Zulieferung der Geräte dafür und beteiligen sich nach wie vor an diesem Projekt. 1996 wurde auf Anordnung des Präsidenten der RF der Technopark Nowosibirsk als einer der ersten in Russland Technologieparks für innovative Forschung und Entwicklung gegründet. Die Aufgabe des Technoparks Nowosibirsk ist die Förderung von neuen innovativen Unternehmen und Startups mit forschungsintensiven Produkten. Im Technopark des Nowosibirsker Akademgorodok (Akademiker- Städtchen) sind günstige Konditionen zum Auf- und Ausbau von hochtechnologischen Unternehmen sowie auch deren Kooperation mit Forschungsinstituten, Hochschulen und Industrie geschaffen. Der Technopark hat eine Cluster-Struktur: ein Business-Inkubator, die technologischen Dienstleistungen, Büro-, Labor- und Produktionsräume sowie auch eine entsprechend angepasste technische Infrastruktur.

    Academgorodok

    Bildung

    Nowosibirsk verfügt über ein breites Netz von Bildungsanstalten. In der Stadt gibt es 34 Hochschulen, einschließlich Filialen der Hochschulen aus anderen russischen Städten, mit mehr als 120 Tausend Studenten, Aspiranten und Doktoranden. Mehr als 20 % davon sind die Einwohner der anderen Regionen Russlands, da in Nowosibirsk die Fachkräfte für den Großraum Sibirien und Fernen Osten ausgebildet werden. Außerdem steigt letzte Zeit die Anzahl der ausländischen Studenten. Darüber hinaus arbeiten in der Stadt ca. 40 Berufs- und Fachschulen. Für die heranwachsende Generation gibt es in Nowosibirsk 230 allgemeinbildende Schulen, Lyzeen, Gymnasien (ca. 140.000 Schüler) und 270 vorschulische Kindertagesstätten (für mehr als 70.000 Kinder). Im Lehrgang werden die modernen Informationstechnologien aktiv verwendet. Die Schulen in Nowosibirsk sind mit Computern besser versorgt, als durchschnittlich in Russland.

    Gesundheitswesen

    Die Stadt hat ein stark entwickeltes Netz von medizinischen Einrichtungen. Das sind vor allem 72 Krankenhäuser mit 18.300 Krankenbetten, ca. 190 ambulant-poliklinische Anstalten mit der Gesamtleistung von 42.000 Besuchern pro Schicht. In der Stadt befinden sich einige föderale, regionale und amtliche medizinische Einrichtungen, darunter das regionale klinische Krankenhaus, das regionale klinische Diagnosezentrum, die regionale Blutspende-Zentrale, das wissenschaftliche Forschungsinstitut für Traumatologie und Orthopädie mit einer Klinik, das Akademiker-Meschalkin-Forschungsinstitut für Kreislaufstörungen, die Nowosibirsker Filiale der Akademiker-Fjodortow—Klinik für Mikrochirurgie des Auges, das klinische Krankenhaus der Eisenbahn, das zentrale klinische Krankenhaus der SA RAW und andere.

    Die medizinische Betreuung der Stadtbewohner wird von mehr als 12.000 Ärzten auf allen Fachgebieten und 17.500 Spezialisten des Pflegepersonals geleistet.

    Kultur und Freizeitverbringung

    Heute gilt Nowosibirsk als Kulturmetropolie Sibiriens und eines der Kulturzentren Russlands. In der Stadt sind zahlreiche Kulturvereine aktiv tätig, es gibt viele Kultureinrichtungen. Darunter 15 Theater, das größte und bekannteste davon ist das Nowosibirsker staatliche akademische Opern- und Balletthaus, dessen Gebäude Wahrzeichen und Visitenkarte nicht nur von Nowosibirsk ist, sondern von Sibirien und Russland.

    Der Kern des Musiklebens der Stadt — die Nowosibirsker Philharmonie arbeitet seit 1937 und vereinigt etwa zwei Dutzend Kollektive, einige darunter sind nicht nur landesweit, sondern auch international bekannt: das Nowosibirsker akademische Symphonieorchester, der Kammerchor, das Kammerorchester, das Quartett Filarmonica, das Pawel Scharomows Vokalensemble, das Ensemble der Frühmusik Insula Magica, das Chorgesangensemble Markelowy Golossa, das Blasmusikorchester, das Jazzmusikorchester Sibirkij Dixiland, Wladimir Tolkatschows Big Band und andere.

    Opernhaus

    Im Jahre 2011 beging das Nowosibirsker staatliche Glinka-Konservatorium 55 Jahre. Es wurden in diesen Jahren einige Tausend Musikschaffenden ausgebildet: Musikanten, Komponisten, Musikwissenschaftler, das Haus gehört heute zu den führenden Konservatorien Russlands und genießt internationales Ansehen. Die Stadt hat 78 öffentliche Bibliotheken mit einem Bücherbestand von insgesamt 4,7 Mio. Stück. Seit 1966 arbeitet in Nowosibirsk die größte in Sibirien staatliche öffentliche wissenschaftstechnische Bibliothek der SA RAW. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören 11 Museen, die Nowosibirsker Gemäldegalerie, der Botanische Garten und auch der schönste und bekannteste Zoo Sibiriens. 2014 feierte der Nowosibirsker Zoo 67 Jahre seines Bestehens. Zurzeit werden im Nowosibirsker Zoo ca. 10.000 Individuen von 756 Tierarten gehalten, es wurde die weltweit beste Sammlung der Familien Katzen und Marderartigen zusammengetragen.

    Über 350 Arten stehen auf der Internationalen Roten Liste, auf der Roten Liste Russlands und der Region Nowosibirsk. Für 77 Arten werden die internationalen Zuchtbücher geführt. Der Zoo beteiligt sich an 67 internationalen Programmen für Erhaltung von seltenen und schwindenden Tierarten, ist Mitglied der drei internationalen Vereine: EAZA (Europäische Assoziation der Zoos und Aquarien), ЕАRАZА (Europäisch-Asiatische regionale Assoziation der Zoos und Aquarien), WAZA (Weltassoziation der Zoos und Aquarien), nimmt am internationalen Computerprogramm ISIS teil. Der Zoo von Nowosibirsk pflegt Kontakte mit mehr als 150 Tiergärten aus 44 Ländern der Welt. 2012 entstand noch ein sehenswertes Objekt in Nowosibirsk — das Nowosibirsker astrophysisches Zentrum (Planetarium) für Kinder und Jugendliche. Das Nowosibirsker Planetarium mit Sternwarte ist heute das größte und modernste im asiatischen Teil Russlands.

    Planetarium

    Geschichte

    Die Geschichte von Nowosibirsk steht in engem historischen Zusammenhang mit der Erschließung Westsibiriens und dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn.

    Zar Alexander III. begann im späten 19. Jahrhundert mit dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn (1890 bis 1916), um eine interne Verkehrsverbindung zum Anschluss der sibirischen Region mit ihrem Reichtum an Bodenschätzen an europäischen Teil Russlands zu gewährleisten. 1893 wurden die Schienen bis zum Fluss Ob gelegt.

    Die Auswahl einer Übergangsstelle der Transsibirischen Eisenbahn über den Ob war keine leichte Aufgabe. Das ursprüngliche Projekt sah den Eisenbahnverlauf über die alte sibirische Stadt Tomsk (damals Hauptstadt Sibiriens) vor und brauchte eine Brücke dort, wo der Ob jedes Frühjahr weit aus den Ufern tritt. Ein neuer Streckenabschnitt sollte festgelegt werden. Diese Arbeit wurde vom Bauleiter Garin-Michailowski geleistet, einem begabten Bauingenieur und Schriftsteller, der die einzige vernünftige Lösung fand. Die von ihm bestimmte Übergangsstelle lag zwar wesentlich südlicher als im ursprünglichen Bauvorhaben, war aber bautechnisch viel besser und kostengünstiger. Das war die engste Stelle am Ob (ca. 700 m breit) mit einem festen felsigen Flussbett. So wurde die Stelle für die Brücke bestimmt und seitdem gilt Garin-Michailowski als Gründer der Stadt Nowosibirsk.

    Am 20. Juli 1893 wurde der erste Stein in die Brücke feierlich gelegt, seitdem gilt dieses Datum als Gründungstag von Nowosibirsk. Da für den Brückenbau sehr viele Arbeiter notwendig waren, entstand schnell eine kleine Siedlung direkt in der Nähe der Brücke.

    Die Siedlung hieß zunächst Nowaja Derewnja (Neues Dorf), Alexandrowski, und ab 1897 Nowo-Nikolaewski, bis sie 1903 mit den Stadtrechten den Namen Nowonikolajewsk (nach dem Namen des letzten Zaren Russlands) erhielt. Die Einwohnerzahl war bereits 26 000 Menschen.

    1906 wurde die erste sibirische Bank in Nowonikolajewsk gegründet. 1915 waren es schon fünf Banken. Schnell wurde die Stadt das Finanz- und Handelszentrum der Region. 1907 bekam sie alle Rechte auf Selbstverwaltung zugesprochen. Die Einwohnerzahl betrug inzwischen 47.000. Kurz vor der Oktoberrevolution hatte die Stadt bereits 80.000 Einwohner und war die größte Industriestadt, die nicht allein im Agrarsektor industriell entwickelt war, mit mehr als 40 Schulen, vielen Kinos, einer Hochschule, einer Schiffswerft und 8 Kirchen.

    Die rasche Entwicklung der Stadt wurde durch ihre äußerst günstige geographische Lage bedingt. Das ist eine Kreuzung (ein Drehkreuz) zwischen West und Ost (Transsib), Nord und Süd (Fluss Ob). Dies machte die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum und Umschlagplatz für Waren aller Art.

    Außerdem lief über Nowonikolajewsk der massenhafte Übersiedlerstrom aus anderen Teilen Russlands nach Sibirien und dem Fernen Osten. Die Situation war damals mit Amerika vom 19.Jahrhundert und dessen »wilden Westen« zu vergleichen. Die Bauern wurden nach Abschaffung des Fronrechts frei und kamen in Massen ins gelobte Land Sibirien. Hinzu war Nowonikolajewsk Zentrum eines riesigen Agrargebiets, das Millionen Pfund Weizen auf den Weltmarkt lieferte. Die Stadt ist auf Mehl gewachsen, sagte man damals, bis zu 70% aller Einnahmen der Stadtkasse brachten die Großmühlen. Bereits in zwei ersten Jahrzehnten seines Bestehens wurde Nowonikolajewsk zu der wirtschaftlich führenden Stadt in ganz Sibirien. 1913 wurde Nowonikolajewsk zu einer der ersten russischen Städte, wo die allgemeine Elementarschulbildung eingeführt wurde. Der Lebensstandard war hier schon höher als in meisten russischen Städten, es gab bereits Telefon und Elektrizität, eine Rennbahn, einige Druckereien, Lichtspielhäuser, Theater.

    1917 übernahmen Arbeiter und Soldaten die Stadt. Nowonikolajewsk wurde ein wichtiger strategischer Punkt im Bürgerkrieg, dessen Unruhen bis Anfang der 20-er Jahre dauerten. Nowonikolajewsk war in der für die UdSSR schwierigen Anfangszeit eine der wenigen Städte, in denen es an nichts fehlte. 1921 wurden unter Lenin Verwaltungseinrichtungen von Omsk nach Nowonikolajewsk verlagert, und die Stadt wurde zur Hauptstadt Sibiriens.

    1925 wurde die Stadt auf Wunsch der Einwohner in Nowosibirsk (frei übersetzt Neues Sibirien) umbenannt, wie sie auch heute noch heißt. Unter Stalin veränderte sich die Stadt und wurde hauptsächlich zu einem Industriezentrum. Als Handelszentrum verlor sie damals an Bedeutung. Viele der neuen Industriezweige hatten ihren Schwerpunkt im Agrarsektor. Nowosibirsk entwickelt sich zu einem wichtigen Industriezentrum. Der Zweite Weltkrieg brachte die Industriealisierung der Stadt rasch in Schwung. Ca. 150 Industriebetriebe wurden vom Juni bis Oktober 1941 aus dem europäischen Teil der Sowjetunion nach Nowosibirsk verlagert und sofort in Betrieb gesetzt. Seitdem ist die Stadt das größte Industriezentrum Sibiriens.

    1943 wird die sibirische Abteilung der Akademie der Wissenschaft in Nowosibirsk eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt ist Nowosibirsk auch die wichtigste Bildungsstätte Sibiriens.

    Mitte der 50er Jahre wurde der Ob-Stausee (1070 km² Fläche, 8 8 Mrd. m³ Stauinhalt) zum Zweck der Stromgewinnung (ca. 400 kwh) gebaut. An den Ufern des Ob-Stausees wurde 1957 Akademgorodok — die Stadt der Wissenschaft errichtet (ca. 30 km südlich von Nowosibirsk) und wurde zum Sitz der sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften. Heute ist Nowosibirsk mit 3 Akademien der Wissenschaften und ca. 40 Forschungseinrichtungen das größte Wissenschaftszentrum im asiatischen Teil Russlands.

    Am 13. Mai 2000 wurde die Stadt Nowosibirsk laut Erlass des Präsidenten der Russischen Föderation zur Hauptstadt Sibiriens und zum Verwaltungszentrum des Sibirischen Föderationskreises ernannt, der 16 Regionen (Bundesländern) der Russischen Föderation vereint.

    Heute ist Nowosibirsk das größte Industrie-, Handels-, Finanz-, Wissenschafts-, Bildungs- und Kulturzentrum Sibiriens sowie auch eines der größten Logistik- und Verkehrsknotenpunkte Russlands.

    HAUPTDATEN DER STADTGESCHICHTE
    (bis 1918 — nach Julianischem Kalender)

    • 1893 — Neues Dorf
    • Im Sommer 1893 — entsteht eine Siedlung beim Ob-Bahnhof
    • Mai–Juni 1894 — entsteht eine Siedlung bei der Brücke im Bau
    • Im Sommer 1894 — entsteht eine vereinte Siedlung (in einer Zeitung vom 18.11.1894 als Obskoj Siedlung genannt)
    • November 1894 — die Siedlung wurde Alexandrowskij genannt
    • 17.02.1898 — die Siedlung wurde in Nowonikolajewskij umbenannt (erste Erwähnung von diesem Namen am 3.12.1895)
    • 28.12.1903 — die Siedlung wird zur kreisfreien Stadt Nowonikolajewsk
    • 11.12.1908 — Stadtrechte in vollem Umfang zugesprochen
    • 17.04.1917–15.08.1925 — Kreisstadt Nowonikolajewsk
    • 23.12.1919–14.03.1920 — Hauptstadt des Tomsker Gouvernements
    • 13.06.1921–25.05.1925 — Hauptstadt des Nowonikolajewsker Gouvernements
    • 23.06.1921–09.12.1925 г. — Hauptstadt von SibRevKom
    • 25.05.1925–30.06.1930 — Hauptstadt Sibiriens
    • 08.12.1925 — Umbenennung in Nowosibirsk (12.02.1926 wurde dieser Name von der Regierung der UdSSR genehmigt)
    • 25.05.1925–12.02.1926 — Hauptstadt des Nowonikolajewsker Kreises
    • 12.02.1926–23.07.1930 — Hauptstadt des Nowosibirsker Kreises
    • 30.07.1930–28.08.1937 — Hauptstadt des Westsibirischen Kreises
    • 28.09.1937 — Hauptstadt der Region Nowosibirsk
    • 22.11.1937–03.11.1943 — die Stadt wurde zum »Regimegelände«
    • 03.11.1943–10.05.1945. — die Stadt wird »Sonderregimegelände«
    • 21.08.1943–03.06.1958 — die Stadt ist verwaltungsmäßig Moskau unterstellt
    • 03.06.1958 — die Stadt ist verwaltungsmäßig der Region Nowosibirsk unterstellt
    • 13.05.2000 — Hauptstadt des Sibirischen Föderationskreises